Studie zeigt, dass Psilocybin die zelluläre Lebensdauer verlängert und gesundes Altern fördert.

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Studie zeigt, dass Psilocybin die zelluläre Lebensdauer verlängert und gesundes Altern fördert.

Laut Forschern des Baylor College of Medicine und der Emory University könnte Psilocybin, der Wirkstoff in psychedelischen Pilzen, bedeutende Anti-Aging-Eigenschaften besitzen, indem es die Lebensdauer menschlicher Zellen in Laborstudien um bis zu 57 % verlängert und die Überlebensrate bei gealterten Mäusen im Vergleich zu unbehandelten Kontrollgruppen um 30 % verbessert.

Telomererhaltungsmechanismus

Die Forschung legt nahe, dass Psilocybin Telomere erhält – schützende DNA-Sequenzen, die die Chromosomen abschließen und sich mit dem Alter auf natürliche Weise verkürzen –, was seine anti-aging Effekte erklären könnte. Dieser Mechanismus, bekannt als die „Psilocybin-Telomer-Hypothese“, schlägt vor, dass die therapeutischen Vorteile von Psilocybin über die psychische Gesundheit hinaus bis auf zellulärer Ebene reichen. Als menschliche Zellen mit Psilocin (dem aktiven Metaboliten von Psilocybin) behandelt wurden, beobachteten Forscher nicht nur eine erhaltene Telomerlänge, sondern auch reduzierten oxidativen Stress und eine erhöhte Expression von SIRT1, einem Protein, das mit der Regulierung der Langlebigkeit in Verbindung steht.

Die zellulären Vorteile scheinen sich auf ganze Organismen zu übertragen, wobei behandelte gealterte Mäuse sichtbare Verbesserungen der Fellqualität und signifikant bessere Überlebensraten zeigten. Diese Ergebnisse unterstützen die wachsenden Hinweise darauf, dass die Effekte von Psilocybin über das Gehirn hinausgehen und möglicherweise mehrere Kennzeichen des Alterns gleichzeitig durch Telomererhaltung und verbesserte DNA-Schadensantworten adressieren. Diese Forschung stellt den ersten experimentellen Nachweis dar, der Psilocybin als potenzielles „geroprotektives Mittel“ unterstützt, das Gesundheit und Vitalität während des Alterns erhalten könnte.

SIRT1-Proteinexpression

SIRT1, eine hochkonservierte NAD+-abhängige Deacetylase, weist eine geringe Gewebespezifität mit weit verbreiteter Expression im gesamten Körper auf. Seine Expression wird durch mehrere Mechanismen sowohl auf transkriptioneller als auch auf posttranskriptioneller Ebene reguliert. Auf transkriptioneller Ebene wird SIRT1 durch verschiedene Faktoren kontrolliert, darunter p53 und HIC1, die seine Expression unterdrücken, während E2F1, FOXO3a und c-myc die Hochregulierung fördern. Die Signalübertragung des T-Zell-Rezeptors kann die Expression von SIRT1 induzieren, wobei die früh ansprechenden Gene 2 und 3 an den SIRT1-Promotor binden, um die Transkription einzuleiten.

Posttranskriptionell wird SIRT1 durch Mikro-RNAs und RNA-bindende Proteine reguliert. Mehr als 16 Mikro-RNAs, darunter miR-34a, miR-9, miR-133 und miR-199, regulieren typischerweise die Expression von SIRT1 nach unten. Im Gegensatz dazu stabilisiert das RNA-bindende Protein HuR die SIRT1-mRNA, indem es an AU-reiche Elemente in deren 3′-untranslatierter Region bindet und so die SIRT1-Spiegel erhöht. Dieses komplexe regulatorische Netzwerk ermöglicht es der SIRT1-Expression, auf verschiedene zelluläre Stressoren und Stoffwechselzustände zu reagieren, was ihre Beteiligung an vielfältigen Prozessen von der Modulation von Entzündungen bis zum Altern erklärt, wie in den Psilocybin-Studien beobachtet wurde.

57 % Verlängerung der zellulären Lebensdauer

Die bemerkenswerte Verlängerung der zellulären Lebensspanne um 57 % stellt den maximal beobachteten Nutzen dar, wenn menschliche Zellen mit höheren Dosen von Psilocin (100 Mikrogramm) behandelt wurden, während moderate Dosen (10 Mikrogramm) immer noch eine beträchtliche Verlängerung um 29 % bewirkten. Diese dosisabhängige Beziehung wurde sowohl bei menschlichen fetalen Lungenzellen als auch bei adulten Hautfibroblasten nachgewiesen, wobei letztere bei höheren Konzentrationen eine Lebensverlängerung von 51 % zeigten. Die Behandlung verzögerte die zelluläre Seneszenz – den Prozess, bei dem Zellen dauerhaft aufhören, sich zu teilen – und reduzierte gleichzeitig die oxidativen Stresswerte, die typischerweise die Alterung beschleunigen.

Über die Lebensverlängerung hinaus zeigten mit Psilocin behandelte Zellen verbesserte Wachstumseigenschaften und eine erhöhte DNA-Stabilität durch eine verringerte Freisetzung von GADD45a, einer Verbindung, die mit DNA-Schäden assoziiert ist. Diese zellulären Vorteile übertrugen sich auf ganze Organismen: 80 % der mit Psilocybin behandelten gealterten Mäuse überlebten einen Behandlungszeitraum von 10 Monaten, verglichen mit nur 50 % der unbehandelten Kontrollgruppe. Die behandelten Mäuse zeigten zudem sichtbare Anzeichen eines gesünderen Alterns, darunter eine bessere Fellqualität, weniger Ergrauen und sogar Haarneuwachstum – physische Manifestationen der systemischen Anti-Aging-Effekte der Verbindung.

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