Große Bundeswehr-Studie zeigt, wie wir in nur wenigen Jahrzehnten leben werden

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Große Bundeswehr-Studie zeigt, wie wir in nur wenigen Jahrzehnten leben werden

Dürren, Überschwemmungen, Missernten im globalen Süden: Der Klimawandel bedroht die deutsche Sicherheit – in vielerlei Hinsicht. Zusammen mit einem Team renommierter Klimaforscher haben Bundeswehr und Bundesnachrichtendienst nun untersucht, welchen Herausforderungen sich die Bundesrepublik in nur wenigen Jahrzehnten gegenübersieht.

Klimaforscher, Bundeswehr und der Bundesnachrichtendienst (BND) haben vor dramatischen Folgen der Erderwärmung für Deutschland und seine nationale Sicherheit sowie den Wohlstand des Landes gewarnt. In einer am Mittwoch vorgestellten gemeinsamen Studie im Auftrag des Auswärtigen Amtes heißt es dazu zusammenfassend: “Wer Sicherheit denkt, muss Klima mitdenken.” Die Klimakrise sei “die größte Sicherheitsgefahr unserer Zeit”, erklärte auch Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) dazu.

Der Klimawandel destabilisiere, verschärfe Konflikte um Land, Wasser und Nahrung und verstärke Migration, erklärte Baerbock weiter. Er “bedroht auch hierzulande Hab und Gut”. Wer Klimaschutz schleifen lasse, “bedroht die Existenzgrundlage von Menschen, ihren Wohlstand, unsere innere Stabilität in Deutschland und Europa und setzt die globale Sicherheit aufs Spiel”, warnte die Außenministerin. Daher sei Klimaschutz harte Sicherheits- und Geopolitik.

“Eine der fünf größten Bedrohungen”

BND-Präsident Bruno Kahl erklärte anlässlich des Reports mit dem Titel “Nationale interdisziplinäre Klima-Risikoeinschätzung” (NiKE), der BND betrachte die Folgen des Klimawandels wie Destabilisierung und Migration “als eine der fünf großen externen Bedrohungen für unser Land”. Die anderen Bedrohungen seien ein aggressiv-expansives Russland, die weltpolitischen Ambitionen Chinas, zunehmende Cyber-Gefahren sowie der internationale Terrorismus. Zwischen diesen Risiken gebe es direkte und indirekte Wechselwirkungen.

In dem Bericht wird davor gewarnt, dass die Erderwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf rund 2,7 Grad Celsius verglichen mit dem vorindustriellen Zeitalter steigen könnte, wenn die derzeitige Klimapolitik fortgesetzt wird. Damit könnte rund ein Drittel der Weltbevölkerung gefährdet sein, da deren Regionen möglicherweise dann unbewohnbar wären, was wiederum Migrationsbewegungen auslösen dürfte.

Probleme für das Wirtschaftswachstum

“Extremwetterereignisse und Naturkatastrophen bedrohen die Sicherheit und das Eigentum der Bürgerinnen und Bürger, gefährden den wirtschaftlichen Wohlstand Deutschlands und führen zu Unterbrechungen in kritischen Infrastrukturen und dem öffentlichen Leben”, heißt es in der Studie zu den Folgen für die Bundesrepublik. Die hohen Anpassungs- und Wiederaufbaukosten würden sich zudem “negativ auf das Wirtschaftswachstum niederschlagen”.

Der Bericht skizziert noch weitere Klima-Folgen:

  • Steigende humanitäre Krisen
  • Unterbrochene Lieferketten
  • “Erzwungene Migration” nach Europa aufgrund von Ressourcenknappheiten und Nahrungsmittelunsicherheit
  • Eine steigende Zahl internationaler Konflikte ,was das Militär vor zusätzliche Herausforderungen stelle.
  • Extremere klimatische Bedingungen für militärisches Personal, Infrastrukturen und Gerät, darunter “außergewöhnliche Hitze und Starkregen”.

Jetzt geht’s um jedes Zehntelgrad

Die Autorinnen und Autoren riefen in dem Report zur Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens auf: Je länger das aufgeschoben werde, “desto kleiner wird der Gestaltungsspielraum und desto politisch und ökonomisch teurer ist die Kurskorrektur”. Auch Baerbock mahnte zum Handeln. Jedes Zehntelgrad weniger mache Deutschland, Europa und die Welt sicherer. Deshalb müssten die Emissionen gesenkt werden, erklärte sie. “Wir können es uns als Gesellschaft nicht leisten, uns solchen Klimasicherheitsrisiken auszusetzen.”

Erstellt wurde die Analyse vom Metis Institut für Strategie und Vorausschau der Bundeswehr-Universität München, dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, dem Think Tank Adelphi Research sowie dem BND. Offiziell soll sie bei der Münchner Sicherheitskonferenz am Wochenende präsentiert werden.

Quelle: Focus.de

Redaktion

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