Ärzte warnen vor drastischen Folgen der Gesundheitsreform
Bild: Gemini KI/Goelden.de
Die geplante Gesundheitsreform der Bundesregierung könnte nach Einschätzung der Kassenärzte zu einem massiven Rückgang der Versorgung führen. Millionen Behandlungen könnten ausfallen.
So könnten zukünftig „rund 46 Millionen” Behandlungsfälle pro Jahr wegfallen. Das entspräche einem Rückgang von acht Prozent. Das hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) laut eines Berichts der „Bild”-Zeitung in einem mehrseitigen Papier zum „einnahmeorientierten Leistungsangebot“ berechnet.
Die KBV warnt, dass die geplanten Maßnahmen aus dem Ministerium von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) die Versorgung spürbar einschränken könnten.
2,7 Milliarden Euro weniger für Kassenärzte
Der Grund: die geplanten Honorar-Kürzungen für Ärzte. Warkens Sparplan sieht vor, dass 2027 2,7 Milliarden Euro weniger an Kassenärzte gehen. In den folgenden Jahren steigt der Sparbetrag weiter an.
Mögliche Folgen: Weniger Arzttermine führen zu noch längeren Wartezeiten. Mehr Praxen als ohnehin schon müssen Aufnahmestopps für neue Patienten verhängen.
Worst-Case-Szenario: Mehr als 100 Millionen Behandlungen weg
Besonders drastisch fällt ein mögliches Szenario aus, das die Ärzte ebenfalls berechnen: Würden Praxen ihre Tätigkeit auf das gesetzlich vorgeschriebene Minimum von 25 Sprechstunden pro Woche begrenzen, „fielen rund 169 Millionen Behandlungsfälle weg“.
Der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen sagt zu „Bild”: „Kommt dieses Gesetz in der bisher vorliegenden Form, werden die Kassenärztlichen Vereinigungen das ambulante Leistungsangebot gemäß den gesetzlichen Vorgaben anpassen, im Klartext: reduzieren müssen.“ Es sei ein „heckenschnittartiges Spargesetz“, das die Versorgung der Patienten treffe.
Warken begründet ihre Sparpläne damit, dass die Versorgung der Kassenpatienten „schlichtweg nicht mehr finanzierbar” sei. Die Reform soll entspannend auf die Kassenbeiträge der Arbeitnehmer wirken.
Quelle: Focus.de

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