Kölner Comedia-Theater lädt jüdische Autorin Mirna Funk aus

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Mirna_Funk_2020

Mirna Funk 2020 Foto: Bella Lieberberg - CC BY-SA 4.0

Die Hausleitung des Theaters sieht Äußerungen der in Berlin und Tel Aviv lebenden Schriftstellerin als diskriminierend an. Mirna Funk, die Kölner Comedia und das Problem mit unbequemen Wahrheiten. Wenn Ideologie Kultur bestimmt.

Am 12. Juni sollte die Journalistin Mirna Funk mit der Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Lechner im Rahmen der phil.Cologne im Comedia-Theater in Köln über Körperbilder und weibliche Selbstbestimmung sprechen. Daraus wird nun nichts:

Die Veranstaltung wird in der Lutherkirche in der Kölner Südstadt stattfinden, denn das Comedia-Theater will Funk nicht auf seiner Bühne sehen. Dem Kölner Stadt-Anzeiger sagte Manuel Moser, der künstlerische Leiter und zweite Geschäftsführer des Theaters, mehrere ihrer Äußerungen seien pauschalisierend und bestimmten Menschengruppen gegenüber diskriminierend.

„Als Beispiel nannte Moser unter anderem eine ,Welt‘-Kolumne Funks vom 4. Dezember 2024, in der sie schrieb, dass ,die größte Gefahr für die jüdische Community aktuell von den in Deutschland lebenden Arabern, Türken‘ und deren Sympathisanten ausgehe.“

Offener Antisemitismus

Werfen wir doch einen Blick auf das gesamte Zitat: 2024 explodierte die Zahl der antisemitischen Vorfälle in Berlin. Der Überfall der Hamas auf Israel, bei dem 1200 Menschen massakriert und Hunderte entführt wurden, hatte nicht etwa zu einer Solidarisierung mit den Opfern geführt, sondern eine Welle des Juden- und Israelhasses ausgelöst, die bis heute anhält und deren Zentrum nach wie vor die Hauptstadt ist. Dass sich Juden nicht mehr wehrlos zeigen, ist in den Augen vieler offenbar unverzeihlich. In dem vom Comedia-Theater kritisierten Kommentar in der Welt schrieb Funk damals:

„Selbst ich habe jahrelang journalistisch versucht, zwischen migrantischem Antisemitismus und urdeutschem Antisemitismus zu unterscheiden. Ich habe Texte zu meinen positiven Erfahrungen mit palästinensischen Uber-Fahrern publiziert, habe in jedem Panel und bei jeder Lesung erklärt, dass die Deutschen keine Araber brauchten, um sechs Millionen Juden zu vernichten. Und dazu stehe ich auch weiterhin. Jetzt braucht es allerdings die Fähigkeit, zwei Dinge gleichzeitig zu denken. Eine intellektuelle Denkleistung, der sich die Pro-Pali-Bubble schon immer verweigert hat. Denn unabhängig von der Tatsache, dass die Deutschen keine Araber brauchten, um sechs Millionen Juden zu ermorden, kommt die größte Gefahr für die jüdische Community aktuell von den in Deutschland lebenden Arabern, Türken und ihren deutschen Warmduscher-Freunden, die sich im Zuge der BLM-Bewegung das Ziel gesetzt haben, die besten Allies aller Zeiten zu werden. ,By all means necessary.‘ Mit allen Mitteln sozusagen.“

Was der künstlerische Leiter des massiv mit Steuergeldern unterstützten Theaters als „pauschalisierend und bestimmten Menschengruppen gegenüber diskriminierend“ bezeichnet, ist nichts anderes als eine Beschreibung der Wirklichkeit durch eine in Berlin und Tel Aviv lebende jüdische Publizistin.

Sie mag Manuel Moser nicht gefallen, ist aber belegt: Muslimische Hamas-Anhänger, unter ihnen wenig überraschend viele Türken und Araber, gehen gemeinsam mit deutschen Linksradikalen auf die Straße.

Große Teile der Kulturszene unterstützen sie. Die Linkspartei hat aus Antisemitismus und Israelhass längst ein politisches Geschäftsmodell gemacht. Radikale Muslime und deutsche Nachwuchsstalinisten sind das neue Stimmvieh; die Partei bleibt ideologisch auf der Linie der SED, die schon zu DDR-Zeiten den palästinensischen Terror unterstützte.

Verdient die phil.Cologne-Veranstaltung noch das „phil.“ im Namen?

Dass Moser das alles offenbar zu pauschalisierend und diskriminierend findet, hat mit einer in linken Kulturkreisen beliebten Verzerrung der Wirklichkeit zu tun. Nur durch beharrliche Ignoranz der Realität lässt sich der ideologische Rahmen aufrechterhalten, der für die Sicherung der eigenen Existenz so wichtig ist wie der staatliche Zuschuss.

Funk spielte da nicht mit. Hätte sie gesagt, nicht Türken, Araber und deren deutsche Warmduscher-Freunde seien eine Gefahr für Juden, sondern Männer, hätte sie wohl in der Comedia auftreten können.

Schon nach den von Nordafrikanern in der Silvesternacht 2015 begangenen sexuellen Übergriffen am Kölner Dom war es in diesem Milieu üblich, die Täter als Männer zu beschreiben und so zu tun, als ob Kultur, Herkunft und Religion als Hintergrund der Exzesse keine Rolle spielten.

Aber Mirna Funk hatte in ihrem Kommentar ein Tabu gebrochen: Sie hatte die Wirklichkeit beschrieben.

Wenn die Comedia-Leitung und Ideologie entscheiden, was Diskriminierung ist


Die Comedia-Leitung hat entgegen ursprünglicher Planungen entschieden, die phil.Cologne-Veranstaltung vom 12. Juni mit der jüdischen Autorin Mirna Funk nicht in ihrem Theater stattfinden zu lassen.

Das teilte die Festivalleitung der phil.Cologne mit. Demnach informierte die Comedia-Hausleitung die Veranstalter wenige Tage vor dem Termin und mehr als einen Monat nach Veröffentlichung des Programms über die Entscheidung. In der Geschichte der phil.Cologne sei das ein einmaliger Vorgang, „der unserem Verständnis eines kontroversen, aber offenen Debattenraumes diametral entgegensteht“.

Manuel Moser, künstlerischer Leiter und zweiter Geschäftsführer der Comedia, bestätigte dieser Zeitung den Vorgang. „Wir haben der phil.Cologne am Montag mitgeteilt, dass wir die Autorin Mirna Funk nicht bei uns hosten möchten.“ Mehrere ihrer Äußerungen seien pauschalisierend und aus Sicht der Hausleitung bestimmten Menschengruppen gegenüber diskriminierend.

Als Beispiel nannte Moser unter anderem eine „Welt“-Kolumne Funks vom 4. Dezember 2024, in der sie schrieb, dass „die größte Gefahr für die jüdische Community aktuell von den in Deutschland lebenden Arabern, Türken“ und deren Sympathisanten ausgehe.

Moser betonte, dass Funk das Recht habe, diese Meinung zu äußern. Die Theaterleitung habe lediglich von ihrem Hausrecht Gebrauch gemacht und damit so entschieden, wie es den eigenen Standards entspreche. „In unserem Verhaltenskodex ist klar definiert, dass wir für Meinungsfreiheit, aber gegen Diskriminierung arbeiten.

Wir glauben nicht, dass jede Meinung auf unsere Bühne gehört.“ Moser räumte dennoch ein, dass eine solch späte Reaktion „nicht ideal“ gewesen sei, im Ausnahmefall aber passieren könne.

„Dass sich so etwas nicht nochmal wiederholt, ist uns extrem wichtig und wir arbeiten bereits an Prozessoptimierungen.“ Die phil.Cologne teilte mit, dass sie binnen eines Tages mit der Lutherkirche in der Südstadt eine Ersatzspielstätte organisiert habe.

Mit Quellen von: Die Welt, KSA, Ruhrbarone u. a. (Bear. red.)

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