Gute Laune, langes Leben: Die unterschätzte Macht positiver Gedanken mit 5 Tipps
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Optimismus auf Rezept? Wie positive Gedanken unser Alter bestimmen.
Aktuelle Studien zeigen, dass eine optimistische Haltung nicht nur vor Depressionen schützen, sondern das Leben sogar um Jahre verlängern kann. Doch was, wenn man von Natur aus skeptisch ist? Die Forschung zeigt: Man kann die „Handbremse“ des Pessimismus lösen.
Psychologen wie Carsten Wrosch von der Concordia University untersuchen, warum Optimismus weit mehr als nur eine Charaktereigenschaft sein kann – vielmehr eine überlebenswichtige Lebenseinstellung.
„Im Grunde geht es darum, ob man erwartet, dass das Leben in Zukunft gut oder schlecht sein wird“, sagt er.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Optimistische Menschen entwickeln deutlich seltener depressive Symptome – selbst unter Patienten, die an einer chronischen Krankheit leiden. Diese schützende Wirkung erstreckt sich über alle Altersgruppen – von jüngeren bis zu älteren Erwachsenen.
Die Wirkung von Optimismus
Im Rahmen der Studie wurden beispielsweise mehr als 800 Männer über einen Zeitraum von 15 Jahren beobachtet. Die Forscher analysierten, welchen Einfluss Lebensstil, Ernährung und andere Faktoren sich auf Krankheiten und Sterblichkeit haben. Die Studie zeigt: Bei ausgeprägten Optimisten ist das Risiko für depressive Symptome um 77 Prozent geringer als bei Pessimisten.
Optimismus führt außerdem zu einem sehr begehrten Ergebnis: Langlebigkeit.
Im Vergleich zu Pessimisten überleben optimistische Krebspatienten mit einer um das Vierfache höheren Wahrscheinlichkeit ein Jahr nach der Diagnose.
In einer weiteren Studie mit über 70.000 Teilnehmern, die in PNAS veröffentlicht wurde, zeigte sich: Ausgeprägte Optimisten lebten bis zu 15 Prozent länger als starke Pessimisten. Um das in Perspektive zu setzen: Optimismus verlängert das Leben fast genauso stark wie das Ausbleiben eines Herzinfarkts oder von Diabetes, so die Forscher.
Wie man heilenden Optimismus kultiviert
Was stimuliert diese tiefgreifenden Veränderungen, die bei optimistischen Menschen zu beobachten sind? Die führende Hypothese lautet, dass Optimisten anders mit Herausforderungen umgehen.
Wrosch, der zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema Optimismus verfasst hat, sagt, dass Optimisten eher dazu neigen, Stressfaktoren direkt anzugehen.
Ebenso wird mehr Zeit und Energie in die Bewältigung von Herausforderungen investiert und aktiv nach Lösungen für Probleme gesucht. Diese Menschen betrachten Herausforderungen als Chancen – sie leben aktiv, nicht passiv.
Suzanne Segerstrom, Professorin und Direktorin des Center for Healthy Aging Research an der Oregon State University, sagte gegenüber Epoch Times:
„Menschen, die optimistischer sind, erwarten angesichts der Realität der Situation in der Regel bessere Ergebnisse.“
Dieser proaktive Bewältigungsstil mildert die Auswirkungen von Stress und fördert die psychische Gesundheit langfristig.
Pessimisten hingegen wenden Vermeidungsstrategien an. Das bedeutet, sie vermeiden oder leugnen den Stressfaktor – und greifen in einigen Fällen zu Drogen oder Ablenkungen, um mit den Stressfaktoren umzugehen.
Glücklicherweise ist Optimismus eine Fähigkeit, die man trainieren kann. Die Forschung beschreibt mehrere nachgewiesene Methoden zur Förderung von Optimismus.
Zu den allgemeinen Strategien gehören:
- Aktives Umdeuten negativer Gedanken.
- Das Aufgreifen vergangener persönlicher Erfolge, um positive Zukunftserwartungen zu verankern.
- Sich mit unterstützenden Gleichgesinnten zu umgeben.
- Darüber hinaus kann man Optimismus kultivieren, indem man Dankbarkeitsbriefe schreibt oder eine Liste mit Dingen erstellt, für die man dankbar ist.
- Man könnte auch die „Drei-gute-Dinge-Übung“ praktizieren, bei der über drei positive Dinge nachgedacht wird, die einem im Laufe des Tages widerfahren sind, und aufschreiben, warum sie passiert sind.
Zusammengenommen fördern diese Praktiken die Gewohnheit, sich auf das Positive in der Gegenwart zu konzentrieren und die gleichen positiven Erwartungen für die Zukunft zu entwickeln.
Weniger pessimistisch sein
Ist es besser, positiver zu denken oder einfach weniger negative Gedanken zu haben? Mit anderen Worten: Sollten wir uns darauf konzentrieren, optimistischer oder weniger pessimistisch zu sein?
Eine Analyse aus dem Jahr 2021 kam zu einem überraschenden Ergebnis: Pessimismus spielt bei der Vorhersage von Gesundheitsergebnissen eine viel größere Rolle als Optimismus.
Wrosch erklärt, dass die Analyse gezeigt habe, dass Pessimismus etwa dreimal aussagekräftiger für die Vorhersage von Gesundheitsfolgen sei.
Beispielsweise ist ein geringerer Pessimismus im Vergleich zu einem erhöhten Optimismus mit geringeren Entzündungen, einer besseren Herz-Kreislauf-Gesundheit und sogar höheren Erfolgsraten bei Fruchtbarkeitsbehandlungen verbunden.
Daher sollten Pessimismus und Optimismus nicht als Gegensätze einer Eigenschaft betrachtet werden, sondern als zwei separate Persönlichkeitsmerkmale, so Wrosch.
Optimismus ist wie Gas geben, er treibt uns voran. Pessimismus ist wie die Handbremse. Selbst wenn man Gas gibt, wird man durch die Handbremse ausgebremst. Das kann mit der Zeit zu Schäden führen und selbst einfache Bewegungen erschweren.
Das Loslassen von Pessimismus ist wie das Lösen einer Bremse. Wenn man sich das nächste Mal im Grübeln verliert, sollte man sich bewusst machen, dass es nicht nötig ist, positive Gedanken zu erzwingen. Schon das Loslassen negativer Gedanken kann als ein großer Schritt nach vorn betrachtet werden.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel „Optimism: The Virtue That Counters Depression and Increases Longevity“. (Bearbeitung: red.)

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