Bad Dürkheim – Quo vadis?
Bild: Altera levatur - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=58075025
Wer aufmerksam durch Bad Dürkheim und die dazugehörigen Ortsteile geht, stellt fest: Unsere Region steht an einem Wendepunkt.
Es geht um die Bäckerei Sippel in Ungstein, eine dringend benötigte Diabetespraxis im Bruch oder die traditionellen, alteingesessenen Gaststätten im Isenachtal. Sie alle sind keine Einzelfälle, sondern Symbole für eine Entwicklung, die vielen Bürgerinnen und Bürgern zunehmend Sorge bereitet.
Angesichts dieser spürbaren Veränderungen müssen wir uns die Frage stellen: Was genau tun Stadt und Kreis, um Bad Dürkheim für die Zukunft innovativ und stark aufzustellen?
Die Realität vor Ort: Wenn Strukturen schrumpfen
Die Herausforderungen im Alltag sind unübersehbar und betreffen Kernbereiche unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens:
- Medizinische Versorgung: Fachärzte sind schon heute Mangelware, die Wartezeiten lang.
- Gastronomie & Handwerk: Traditionsbetriebe leiden, schließen oder wandern ab. Das Handwerk ist im Stadtbild immer seltener vertreten.
- Einzelhandel: Die Innenstadt spürt den Druck; das Angebot schrumpft spürbar.
Statt diesen Trends mit Flexibilität und Entlastung zu begegnen, erleben Betriebe, Mediziner und Gastronomen oft das Gegenteil: Eine bürokratische Unflexibilität, die pragmatische Lösungen erschwert oder gar verhindert.
Ein aktuelles Paradoxon: In Zeiten, in denen der Kreis zusätzliche Kredite aufnehmen muss, um steigende Sozialausgaben zu deckeln, führt die aktuelle Praxis in der Migrations- und Arbeitsmarktpolitik zu schwer nachvollziehbaren Ergebnissen. Wenn gut integrierte Arbeitskräfte, die sich in einer Ausbildung befinden, das Land verlassen müssen, entzieht das der lokalen Wirtschaft – wie jüngst einem ganzen Gastronomiebetrieb – die Existenzgrundlage. Das schadet dem Standort und vernichtet am Ende Arbeitsplätze für alle.
Ein Appell an die Vernunft: Bürgerinteressen im Fokus
Es entsteht in Teilen der Bevölkerung der Eindruck, dass politische Entscheidungen zunehmend von ideologischen Leitlinien oder dem Wunsch nach „Political Correctness“ geleitet werden, während die realen, alltäglichen Bedürfnisse der Mehrheit in den Hintergrund treten. Wenn Minderheiteninteressen den Takt vorgeben und die Sorgen, Ängste sowie praktischen Probleme der breiten Bevölkerung verschoben oder vertröstet werden, geht das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Lokalpolitik verloren.
Es verlangt den Bürgerinnen und Bürgern derzeit eine Menge Verständnis ab, den Kurs der Verantwortlichen nachzuvollziehen.
Wege in die Zukunft: Pragmatismus statt Bürokratie
Bad Dürkheim hat ein enormes Potenzial – als Lebensraum, als Wirtschaftsstandort und als Tourismusregion. Damit das so bleibt, braucht es jetzt einen Kurswechsel hin zu mehr wirtschaftlicher Vernunft und Bürgernähe:
- Bürokratie abbauen: Verwaltungsprozesse müssen beschleunigt und flexibler gestaltet werden, um Ärzte, Handwerker und Gastronomen im Kreis zu halten und anzulocken.
- Praxisnahe Lösungen in der Arbeitsmarktpolitik: Die Abschiebung von Menschen in Ausbildung oder fester Arbeit konterkariert den Kampf gegen den Fachkräftemangel. Hier müssen Spielräume im Sinne der lokalen Wirtschaft genutzt werden.
- Zuhören und Handeln: Die Politik auf Stadt- und Kreisebene ist gut beraten, die Sorgen der Bevölkerung nicht nur anzuhören, sondern sie zur Richtschnur ihres Handelns zu machen.
Nur durch einen sachlichen, ideologiefreien und an der Realität orientierten Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Bürgern kann gewährleistet werden, dass Bad Dürkheim auch in Zukunft ein starker, lebenswerter und innovativer Ort bleibt.
B.Gölden

Ein Tagebuch der Welt